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Sonntag, 17. Januar 2010

Ein Jahr danach

Ein Jahr nach dem israelischen Massaker in Gaza

Trauer um die Opfer, Solidarität mit den Menschen in Palästina und Libanon. Wir wollen Kerzen anzünden für alle Opfer der israelischen Besatzungspolitik.

Wir haben uns heute hier zusammengefunden, um an die Opfer des dreiwöchigen israelischen Bombardements auf die eingeschlossenen Palästinenser in Gaza vor einem Jahr zu erinnern: Ganze Familien wurden ausgelöscht, es gab über 1400 Tote und fast 6000 Verletzte, bis heute können viele nicht adäquat behandelt werden, dadurch starben bisher 370 Menschen. Es fehlt an Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln wie Rollstühle. Das israelische Militär zerstörte in einem 22 Tage dauernden Bombenhagel die gesamte Infrastruktur von Gaza, Wohnhäuser, Fabriken, Krankenhäuser, Schulen, Moscheen, das einzige Elektrizitätswerk und die Wasserversorgung.

Viele Augenzeugen berichteten uns über die heutige katastrophale Situation in Gaza, das weiterhin unter israelischer Belagerung ist, in das kein Baumaterial gelassen wird für einen Wiederaufbau, so dass viele Menschen nun einen zweiten Winter in Zelten verbringen müssen. Und anstatt dass die Grenzen endlich geöffnet werden, plant Ägypten eine kilometerlange Metallmauer an seiner Grenze zu Gaza, die bis zu 30 Meter tief in die Erde eingelassen werden soll. Dadurch werden die Menschen in Gaza noch hermetischer eingeschlossen sein. Schon heute nennen manche Gaza das größte Freiluftgefängnis der Welt.

Die Palästinenser haben ein schreckliches Jahr erlebt: Ob in Palästina oder im Exil, jeder hat auf seine Weise Leid erfahren wie so oft schon in unserem Leben: Entweder den Tod in der eigenen Familie oder von Freunden oder die dauernde Angst um die Lieben, wenn man weit weg in einem anderen Land lebt und mit dem Herzen „zu Hause“ bei den Leidenden sein will. Auch die Hilflosigkeit des Exils war manchmal fast unerträglich.

Aber es war auch ein Jahr, in dem wir von Menschen unserer zweiten Heimat viel Solidarität und Hilfe erhalten haben, nicht nur bei den großen Demonstrationen in Berlin, auch bei politischen und kulturellen Veranstaltungen, bei Ehrungen von Friedensstiftern, zum Teil – wenn auch viel zu selten – von Politikern und Journalisten. Viele Basisgruppen stehen an unserer Seite. Dafür wollen wir unseren Dank aussprechen. Besonders dankbar sind wir den internationalen Friedenskräften in Palästina, die sich an den friedlichen Demonstrationen in Dörfern wie Bil‘in und Nil’in beteiligen und von den gewalttätigen Übergriffen des israelischen Militärs berichten, von Verletzten und verhafteten Pazifisten, und lautstark ihre Freilassung fordern. Wir danken den Organisatoren der „free-Gaza-Boote“ von Zypern nach Gaza, die von der israelischen Marine beschossen und vorübergehend inhaftiert wurden. Sie planen, in diesem Jahr wieder mit Schiffen die Belagerung von Gaza zu durchbrechen. Wir danken den Teilnehmern des Friedensmarsches in Ägypten und dem Organisator des dritten Hilfskonvois „Viva Palestina“ für Gaza, George Galloway. Sie alle waren so mutig und haben erreicht, dass die Weltöffentlichkeit auf unser Unglück schaute und viele Menschen ein Ende der israelischen Besatzung forderten. Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat den Juristen Richard Goldstone und sein Team mit der Untersuchung der Menschenrechtsverletzungen und möglichen Kriegsverbrechen in Gaza beauftragt. Der 575-Seiten Bericht über das israelische Massaker in Gaza hat den Grundstein gelegt für eine mögliche Bestrafung der israelischen Kriegsverbrecher. Richard Goldstone und seinem Team gilt unser tief empfundener Dank. So wollen wir an diesem Wochenende hier in Berlin wie es auch an vielen anderen Orten auf der Welt geschieht, ein Ende der israelischen Besatzung in Palästina fordern, gegen die Mauer in Palästina und die zusätzliche Mauer an der ägyptischen Grenze nach Gaza protestieren. Wir protestieren gegen die tägliche Bedrohung durch israelische Kampfflugzeuge über Palästina und dem Libanon, durch die besonders die Jüngsten und die Ältesten in dauernde Angst versetzt werden. Wir fordern die Freilassung unserer fast 11.000 Gefangenen, darunter Frauen, Kinder und Jugendliche. Niemand wird vergessen, Ihr seid in unseren Herzen. Trotz allem wollen wir den Menschen in Palästina zurufen: Verzweifelt nicht, ihr seid nicht allein. Die Welt ist voller Hoffnung, auch für uns in Palästina.

Ab diesem Jahr werden die Palästinenser weltweit immer zwischen dem 13. und dem 19. Januar zum Gedenken an das Gaza-Massaker eine Palästina-Woche veranstalten.

Wir wollen gleichzeitig an die unglücklichen Menschen in Haiti denken und mit Kerzen auf diese furchtbare Naturkatastrophe hinweisen, die die Ärmsten der Armen erlitten haben. Sie wurden schon vorher in ihrer Armut von den Herrschern der Welt im Stich gelassen. Unser Mitgefühl gilt auch Ihnen in ihrem Leid.

Palästinensische und Arabische Vereinigungen in Berlin

Mittwoch, 16. November 2005

Terroranschlag auf einem Bus nach Shafa Amr (04.08.2005)




Eden Natan-Zada geboren am 9. Juli 1986, war ein israelischer Soldat,  der am 4. August 2005 in  Schafa – Amr ein arabisches Stadt Teil im Nordbezirk des historischen Palästinas  „Israel“ östlich von Haifa,  auf  Bus-Insassen das Feuer eröffnete und dabei vier Araber kaltblütig ermordete und 24 weitere Insassen verletzte.
Edan Natan Zada

Natan-Zada betrat den Bus in Richtung Schafa – Amr.  Er trug seine Armee-Uniform und ein M-16-Sturmgewehr.  Kurz nachdem der Bus Schafa – Amr erreicht hatte, erschoss er den Busfahrer und wandte sich den Passagieren zu und feuerte auf diese. Er tötete dabei  zwei direkt und ein Opfer starb später an seinen Schussverletzungen. Er wurde dann von Passanten und Passagieren überwältigt. Als die israelische Polizei eintraf, war er noch am Leben.  Wie Natan-Zada starb ist unklar.
Ein Familienfoto Familie Turki,  
 Hazar Turki, 23, (2. R) undihre 21-jährige Schwester Dina (2. L)
 kurz vor dem Anschlag
Bild wurde am 5. August.2005 aufgenommen







Die vier Opfer waren die Schwestern Hazar Turki und Dina Turki und zwei Männer: Der Busfahrer Michel Bahus und Nader Hayek; alle Opfer waren  Araber die eine israelische Angehörigkeit trugen.
Am Tag nach dem Anschlag nahmen 40.000 Menschen an deren Beerdigungen teil. Die beiden jungen Frauen wurden auf einem islamischen, die beiden Männer auf einem christlichen Friedhof beigesetzt.
Busfahrer und Familienvater 
Michel Bahus


Familienvater Nader Hayek

Natan-Zadas Beerdigung wurde zum Politikum, da sich einige Gemeinden weigerten, ihn bei sich beerdigen zu lassen. Während seiner Beerdigung nahmen hunderte Israelis teil. Drei von ihnen, Efraim Hershkovits, der Führer der rechtsextremistischen und vom "Kahanismus" geprägten Partei „neuen Kach“ , der Sohn des ehemaligen Kach-Aktivisten Tiran Pollack, Gilad Pollack und Saadia Herskof wurden dabei festgenommen. 


Eden Natan-Zada besuchte am Wochenende oft eine Siedlung in der Westbank namens "Kfar Tapuach" und wurde vom "Kahanismus" sehr beeinflusst.  


Nach der Beerdigung behauptete die Mutter des Terroristen, dass sie mehrere male der Polizei mitteilte, dass ihr Sohn was schlimmes gegen die Araber vorhatte und dass man ihm die Waffe wegnehmen sollte. Doch niemand unternahm was.


ein Video zum Gedenken an die Opfer


Überlebende und Zeugin
Badi´a Sha´ban